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Abschied vom Jakobsweg. Vorerst.

Wir sind wieder Zuhause. Nach einem kurzen Flug und einer langen Autofahrt sind wir Sonntag Nachmittag wieder in Rietberg angekommen. Mit vielen Erfahrungen, Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck. Wir sind zwar „nur“ den halben Camino Francés gelaufen, aber ich habe das Gefühl, dass ich von den Erlebnissen der drei Wochen in Spanien noch lange zehren werde.

Wir haben so viele interessante Menschen aus aller Welt kennengelernt ( an dieser Stelle geht ein Gruß nach Österreich, Frankreich, Australien, Holland, Dänemark, USA, England, Korea, Irland und natürlich unsere deutschen Landsleute und alle, die ich jetzt gerade vergessen habe), wunderschöne Städte und kleine Orte besichtigt, eine traumhafte spanische Landschaft durchwandert, gutes Essen genossen, die herzliche spanische Gastfreundschaft kennengelernt und haben die Seele des Jakobweges, das Miteinander der Pilger, hautnah erlebt.

Was mich besonders beeindruckt hat ist die Verschiedenheit der Menschen, die den Jakobsweg gehen. Manche gehen aus religiösen Gründen, andere aus sportlichen oder aber ganz anderen Gründen, aber niemand ist da ohne Grund. Diese Vielfältigkeit kombiniert mit der Herausforderung des Weges an sich macht für mich persönlich die Faszination des Camino aus. Man kann nichts planen und man weiß nie, was am nächsten Tag passiert oder wen man trifft. Man kann es nur auf sich zukommen lassen. Und es lohnt sich. Jeden Tag aufs Neue.

Es gab Tage, an denen war es so heiß, dass ich mir am liebsten auch noch die Haut ausgezogen hätte und es gab Abende (in den Bergen/Galicien) an denen es so kalt war, dass ich mich gefragt habe, wann Spanien an den Nordpol umgezogen ist. Bei manchen Bergetappen wollte ich mich einfach hinsetzen und gar nicht mehr aufstehen und mein purer Wille hat mich dann nach oben gebracht, auch wenn meine Beine schon nicht mehr mit mir gesprochen haben. Und trotzdem werde ich es wieder tun. Irgendwann gehe ich den Camino nochmal. Aber dann den Ganzen, ab St. Jean de Pied de Port. Denn selbst in den Momenten, in denen ich dachte: „Warum tu ich mir das eigentlich an?“, wußte ich schon: Ich komme wieder!

Ich möchte mich auch sehr bei allen Lesern und Kommentatoren bedanken, denn zu wissen, dass da Leute sind, die das lesen was wir schreiben hat uns doch viel Freude bereitet.

Bis zum nächsten Camino!

Adios

 

 

Ein Kommentar

  1. Walter & Beate · August 13, 2013

    Es ist ja grundsätzlich der Reiz jeder Wanderschaft, besonders, wenn man, so wie ihr, mit leichtem Gepäck reist, dass man das Land und insbesondere die Leute viel besser und unmittelbarer kennen lernt.

    Euren Blog werde ich vermissen!

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