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Portomarin

Es hat begonnen. Die spanische Völkerwanderung, die in Sarria beginnt und in Santiago endet, hat auch uns erreicht. Wir hatten zwar vorher schon gehört, dass sehr viele Spanier nur die letzten 100 km des Jakobweges gehen, und dass es ab Sarria deswegen sehr voll auf dem Camino und den Herbergen werden könnte, aber so ganz ernst genommen haben wir es nicht. Das war ein Fehler. Als wir heute morgen um halb sieben aus unserer Albuerge kamen trauten wir unseren Augen kaum. Aus allen Ecken wanderten extrem viele Spanier Richtung Camino. Besonders junge Spanier und auch ganze Großfamilien inklusive Kinderwagen pilgerten mit uns in einem großen Pulk Richtung Portomarin.
Der Camino ist hier in Galizien wirklich wunderschön, es geht durch eine hügelige, sehr grüne Landschaft mit kleinen Orten in denen wir beim Kaffee fast von einer Herde Kühe zertrampelt wurden.
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So ganz genießen konnten wir das alles aber nicht so ganz, da der Weg einfach zu voll war. Unsere Ankunft in Portomarin war dann auch eher hektisch, denn uns kamen schon am Ortseingang Pilger entgegen, die sagten:“Alles voll!“ Wir sind dann natürlich auch von Albuerge zu Hotel und zurück gelaufen, um noch irgendwo drei Betten zu ergattern, aber es ging absolut nichts.
Ein kleiner Lichtblick war, dass wir unsere australischen und niederländischen Freunde wiedergetroffen haben, die uns tatkräftig bei der Suche unterstützten. Hat aber auch nichts geholfen. Bei Eis und Bier wurde die Lage besprochen und jede Herberge im Umkreis angerufen, und wir waren soweit uns ein gemütliches Plätzchen im Park zu suchen, als Tina, die Heldin des Tages, aufgeregt angelaufen kam. Sie hatte uns die letzten drei Betten in einer ziemlich schäbigen Herberge klar gemacht. Gott sei Dank!
Im Moment sitzen wir im Park, genießen die Abendsonne und beobachten die armen Pilger, die kein Bett mehr bekommen haben. Wir haben echt Glück gehabt. Gleich treffen wir uns mit den Australiern zum Essen und dann stossen wir auf diesen Tag an.
Und morgen geht der Kampf um die Betten dann weiter. Aber das gehört halt auch dazu. Die letzten zwei Wochen sind wir fast alleine auf dem Camino gewesen und haben andere Pilger erst abends in der Herberge getroffen. Und wir hatten nie Probleme eine zu finden und ein Bett zu bekommen. Wir werden diese letzte Woche genauso geniessen und irgendwo werden wir auch schlafen. Ich mache mir da keine Sorgen.
Ich wünsche allen Lesern noch einen schönen Sonntag
Adios!

Ein Kommentar

  1. Anja · August 4, 2013

    Dann schlafet wohl!! Und ein Hoch auf Tina!!!

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